
„Wenn die Biene einmal von der Erde ver-schwindet, hat der Mensch nur noch vier
Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine
Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Auch wenn
man dieses angeblich von Albert Einstein stammende Zitat nicht allzu wörtlich nehmen
darf - eine ökologische Katastrophe würde
das Aussterben der Honigbiene allemal zur
Folge haben. Man schätzt, dass 60% der
blühenden Wildpflanzen und bis zu 80% der
Nutz-und Kulturpflanzen auf die Bestäubung
durch die Honigbiene angewiesen sind. Bio-
logen prognostizieren ohne diese Bestäu-
bungsleistung eine völlige Verarmung unserer Natur- und Kulturlandschaft innerhalb
weniger Jahre.

Honigbienen haben gegenüber anderen Be-stäubungsinsekten den Vorteil, dass sie durch die Überwinterung als ganzes Bienenvolk bereits
früh im Jahr eine große Anzahl Sammelbienen aufweisen. Damit sichern sie vor allem den
Ertrag der früh blühenden Kulturpflanzen wie
z.B. Obst und Raps. Aber auch die Qualität
der Früchte wird durch die intensiven Blüten- besuche gesteigert. Um es einmal monetär auszudrücken: Für das Jahr 2004 schätzten Fachleute die Ertragssteigerungen bei Kulturpflanzen in der BRD auf 1,75 Milliarden
Euro, d.h. auf etwa das 10fache des Wertes
der jährlichen Honig- und Wachsernte. In- zwischen wird die Bestäubungsleistung noch
höher eingeschätzt: In der Literatur sind
Faktoren vom 15fachen (BRD) bis zum 143- fachen (USA) zu finden.

Um eine möglichst flächendeckende Bestäu-
bung kümmern sich in der Grafschaft Bent-
heim 165 Imker aus 6 Ortsvereinen mit ca.
900 Bienenvölkern: Emlichheim, Nordhorn, Obergrafschaft Bentheim, Uelsen und Umge- bung, Veldhausen-Georgsdorf, Wietmarschen-Lohne und Umgebung. Gemeinsam bilden sie
den „Kreisimkerverband Grafschaft Bentheim“. Ortsvereine und Kreisimkerverband sind
wiederum Mitglieder des „Landesverbandes
der Imker Weser-Ems“, einer Unterorganisa-
tion des „Deutschen Imkerbundes“.
Bienenhaltung ist zwar auch ohne Vereinszugehörigkeit möglich, eine Mitglied-
schaft bringt jedoch bei einem geringen Jahresbeitrag von durchschnittlich 30 € er-hebliche Vorteile: Imkervereine sind Orte des Erfahrungsaustausches, der Information,
Schulung und Beratung. Neuimker erhalten materielle und ideelle Unterstützung und
werden auf Wunsch durch einen "Paten"
betreut.
Landesverbände und Bieneninstitute bieten regelmäßig Fortbildungskurse zu allen Be-
reichen der Imkerei an. Nicht zu unter-
schätzen ist der umfangreiche Versicherungs-schutz, den die Landesverbände für ihre
Mitglieder abgeschlossen haben.
Die Bienenhaltung in der Grafschaft Bentheim
hat sich in den letzten 100 Jahren gravierend gewandelt. Vor dem 2. Weltkrieg dominierte
noch die Heideimkerei mit Strohkörben. Es
waren vor allem Landwirte, die diese
Imkerei als Nebenerwerb betrieben und im
Sommer bis zu 300 Völker in Körben heran-
zogen, um dann im Herbst in die Heide zu wandern.
Mit dem Verschwinden der Heideflächen
setzte sich die sogenannte Magazinimkerei
durch, das Imkern mit aufeinander getürmten Zargen und beweglichen Rähmchen, bei der verschiedene „Trachten“ genutzt werden:
Raps, Obst, Löwenzahn, Linde, usw. Der auf- merksame Beobachter wird diese moderne
„Beute“ aus Hartstyropor sicher schon am
Rande von Rapsfeldern oder Obstwiesen ent-
deckt haben. In der Grafschaft wird die
Imkerei fast ausschließlich als Hobby be-
trieben mit durchschnittlich 5 – 10 Völkern pro Imker, meist von Rentnern bzw. Pensionären.
Nur wenige halten eine größere Zahl von
Völkern und können damit einen gewissen Nebenerwerb erzielen.
Mit diesem Strukturwandel haben sich auch
die Aufgaben des Kreisimkerverbandes immer
wieder verändert. Satzungsgemäß hat es sich der Kreisimkerverband zum Ziel gesetzt, „die Interessen der Bienenhaltung gegenüber Be-hörden und anderen Verbänden zu vertreten,
um zum Schutz und zur Erhaltung einer ge-
sunden Landschaft und Umwelt eine sachge-
mäße Imkerei und Bienenzucht zu erhalten
und zu fördern“. In den letzten Jahren konzen-trierte sich die Tätigkeit auf drei Schwer-
punkte: